Geschichte

Es war einst ein Sonntag...


 

als sich am 1. Mai 1904 der Buchhalter Felix Bruhns, der Maschinenfabrikant Wilhelm Beth und der Drogist Henning von Minden in Lübeck treffen. Ihr Ziel: „eine Gesellschaft unter der Firma Lübecker Marzipan-Fabrik von Minden & Bruhns, C.G. zu gründen, die Marzipan produziert, Handelsgeschäfte betreibt... und ihren Sitz bei Lübeck hat." Was damals als Geschäftsidee begann, hat sich längst zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Über 100 Jahre später sind die Produkte der Lübecker Marzipanfabrik begehrter denn je....

 

Die Unternehmensphilosophie lautet damals wie heute: „Unser Geschäftsprincip soll sein, vor allem durch Herstellung eines durchaus tadellosen und stets gleichmäßig guten Fabrikats, den guten Ruf, dessen sich die Lübecker Marzipan-Industrie bisher erfreut hat, aufrecht zu erhalten und zu fördern, mit einem bescheidenen Nutzen zu arbeiten, um in jeder Hinsicht concurrenzfähig zu sein."


Ein hoher Anspruch - doch die Herren setzten diesen konsequent um. Das Marzipan aus Lü̈beck erwirbt sich einen hervorragenden Ruf und entwickelt sich über die Grenzen Deutschlands hinweg zum anerkannten Markenzeichen. 1906 werden die Qualitätsprodukte sogar vergoldet. Auf einer Fachausstellung in Braunschweig verleihen Experten den Lübeckern für ihre „anerkannten Erzeugnisse" eine Goldmedaille. Das sind Früchte harter Arbeit. Felix Bruhns reist zu dieser Zeit im grauen Gehrock und mit Zylinder von Lü̈beck ins Ruhrgebiet, später nach Schlesien und Sachsen, um Lü̈becker Marzipan zu verkaufen.

Einer der größten Kunden der Lübecker Marzipan-Fabrik ist die Hamburger Pralinenfabrik Jebsen & Co. Grü̈nder und Inhaber ist Friedrich Bluhme Jebsen, ein Verkaufsgenie. Genau der richtige Mann für die Lübecker. „Wollen Sie als Teilhaber bei uns tätig werden?", fragte Bruhns den verkaufstüchtigen Bluhme Jebsen. Die Verlockung für den in Tolk/Schleswig geborenen Vollblutkaufmann ist groß, denn in Lübeck hat er viele Jahre gelebt, dort hat er seinen Freundeskreis. Man schreibt das Jahr 1910, und es ist der Anfang einer neuen erfolgreichen Ära in der Lübecker Marzipan-Fabrik: der Ära Bluhme Jebsen.

 

Der Erste Weltkrieg jedoch bringt tiefe Einschnitte. Trennung von Felix Bruhns und Wilhelm Beth. 1917 wird Friedrich Bluhme Jebsen alleiniger Inhaber der Lübecker Marzipan-Fabrik. Von 1924 bis 1930 verdreißigfacht sich der Umsatz. Das Markenzeichen "Lubeca" (Lübeck-die Liebliche) wird beim deutschen Patentamt in München als Wort-und Schriftzeichen eingetragen. Die Lübecker Marzipan-Fabrik steht in voller Blüte.

 

Zweiter Weltkrieg: Zusammenbruch. 1954, zum 50-jährigen Firmenjubiläum, verkündet Firmenchef Friedrich Bluhme Jebsen erneut selbstbewusst: " Wir sind eine Qualitätsfirma, und das soll so bleiben. Es geht wieder aufwärts." Bis zum 23. Dezember 1960. Da verstirbt der inzwischen 90jährige Friedrich Bluhme Jebsen an seinem Ferienort Bad Reichenhall. Vorausschauend wie der Firmenchef war, hatte er in seinem Testament bestimmt, dass Wilhelm Schering und Karl-Heinz Rubach Geschäftsführer werden, Prokuristen sollen Margarete Lafrenz und Rudolf Nevermann sein. 1964 wird Dr. Edgar Paul Prokurist und dann Geschäftsführer. 1975 tritt Ernst-Günther Heinemann die Nachfolge in der Geschäftsführung von Rudolf Nevermann an.

 

Eine erfolgreiche Führung. Die Übernahme der traditionsreichen Kuvertürenfabrik Flintbek im Jahr 1967, der Bau einer neuen Fabrik im Stockelsdorfer Gewerbegebiet 1989 sowie die Zertifizierung des Qualitätsmanagement-Systems nach DIN ISO 9001 im Jahr 1996 sind neue Meilensteine in der Unternehmensgeschichte, die insbesondere durch Dr. Edgar Paul geprägt sind.

 

Seit 2000 wird das Unternehmen von Dr. Axel Hahner als alleinigen Geschäftsführer geleitet. Durch eine Neuausrichtung des Unternehmens vor allem in vertrieblicher Hinsicht konnte der Absatz bis zum heutigen Datum erneut deutlich gesteigert und mehr als verdoppelt werden; die Mitarbeiterzahlen entwickelten sich entsprechend von 90 auf rund 160 zuzüglich 14 Auszubildender.

 

 

 

Felix Bruhns Wilhelm Beth Henning von Minden Werksschild  ca. 1920 Rohwarenlager um 1910 Friedrich Blume Jebsen Marzipan-Bilderbuch 1920 Innenhof um 1930 Messestand 1930 Mandelverlesung 1912 Werksschild 1955 Kontor Fertigwarenlager 1910 Fuhrpark 1957 Messepavillon